Jubiläumsaustausch 2015

"Silberhochzeit" zweier Gymnasien im Rahmen unseres Schüleraustausches
Voller Vorfreude auf die Feierlichkeiten anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Schulpartnerschaft zwischen dem Gymnasium 115 in Omsk und dem Werner-von-Siemens-Gymnasium flog eine Reisegruppe, bestehend aus den Schülern Levent S., Lara G., Viktor B., Oliver K., den Elternvertretern Fr. Oberbach und Hr. Krien, dem stellv. Schulleiter Hr. Dr. Rehnert sowie den Lehrern Fr. Baum, Hr. Dudzus und Fr. Thomalla, nach Sibirien. Auf deutscher und russischer Seite bedauerten alle Beteiligten das krankheitsbedingte Fehlen von Herrn Reich, der vor 20 Jahren diese Schulpartnerschaft aufgebaut und über die Jahre sehr engagiert gepflegt hat.
Schon die Hinreise am 26.4.2015 war aufregend, schließlich lag der sichere Transport des Gastgeschenkes der Reisegruppe besonders am Herzen: Der von Zehntklässlerinnen Felina Markens, Hannah Sch., Xenia M. liebevoll bemalte Buddy Bär durfte nach einer Sprengstoffprüfung am Flughafen Schönefeld dank Herrn Churyak   in der Kabine mitreisen und wurde sogar persönlich von einer Aeroflot-Mitarbeiterin am Moskauer Flughafen in Empfang genommen und durch die Kontrollen gebracht.
Die Reisegruppe kam mit dem Bären am 27.4.2015 unbeschadet in Omsk an, wo die Gäste herzlich in Empfang genommen wurden. Die nun folgenden fünf Tage bestanden aus einer Vielzahl beeindruckender Begegnungen und Erlebnisse.
Am Omsker Gymnasium wurde das 20-jährige Jubiläum der Schulpartnerschaft während eines aufwändig gestalteten Jubiläumsfests gefeiert. Neben den Festreden der ehemaligen Schulleiterin  Sofja Aleksejevna Morozova und der derzeitigen Schulleiterin Galina Aleksandrovna Juschko betonte auch Herr Dr. Rehnert die große Bedeutung dieser Partnerschaft. Darüber hinaus hatten die Omsker Schüler viele musikalische und tänzerische Darbietungen vorbereitet. Die Reisegruppe beteiligte sich ebenfalls an dem Programm: Zunächst hatte der Buddy Bär seinen großen Auftritt. Frau Baum überreichte nach ihrer Festrede das Geschenk dem Omsker Gymnasium, das von den russischen Lehrern und Schülern mit großem Dank entgegengenommen wurde. Danach sang die Reisegruppe, begleitet von Oliver am Klavier, das russische Lied “Million Alych Roz”. Schon nach den ersten Zeilen sang der ganze Saal mit. Dies war nur ein rührender Moment neben vielen weiteren an diesem und den folgenden Tagen!
Das Omsker Gymnasium hatte ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt: Vormittags begann die Gruppe den Tag stets mit dem Besuch des Gymnasiums, um die Schule und den Alltag der russischen Schüler und Lehrer besser kennen zu lernen. Hier beeindruckte vor allem die große Aufmerksamkeit und das Interesse, das den deutschen Schülern und Lehrern von den jüngeren und älteren Schülern entgegengebracht wurde. Ein umfangreiches Kulturprogramm schloss sich an die Schulbesuche an. Dazu zählten  eine Stadtführung, der Besuch des Below-, Wrubel- und des Dostowjeski-Museums, das gemeinsame Tanzen und Basteln im Sibirischen Kulturzentrum, die Erkundung des Atschairski-Klosters und zwei Konzertabende. Die bloße Aufzählung der Programmpunkte verdeutlicht, wie viel Mühe sich unsere Partnerschule bei der Gestaltung der Festwoche gegeben hatte. 
Einen weiteren Höhepunkt bildete der Besuch der stellvertretenden Bürgermeisterin Frau Kasjanowa. Sie begrüßte uns in ihrem Büro und würdigte das Engagement für diese Partnerschaft auf deutscher und russischer Seite.
Doch nicht nur das aufregende Programm, sondern vor allem die fröhliche und gemeinschaftliche Atmosphäre innerhalb der Gruppe beeindruckte  alle und demonstrierte, wie ausgeprägt die russische Gastfreundschaft tatsächlich ist. Die Reisegruppe hatte natürlich bereits viel davon gehört, aber die Herzlichkeit und freundschaftliche Art selbst zu erfahren, haben diese Woche zu einem einmaligen Erlebnis für alle Teilnehmenden gemacht.
Wie sehr die gemeinsam verbrachten Tage und Abende alle miteinander verbunden hatten, zeigte sich am letzten Tag. Alle am Austausch Beteiligten, die Schüler, Lehrer und Eltern, genossen die fröhliche Stimmung beim Spielen, Singen und Essen auf der Pirateninsel bei sonnigen 25 Grad Celsius. Dies war ein perfekter Abschluss einer wundervollen Festwoche!
Der Abschied am Flughafen fiel allen Beteiligten nach der schönen gemeinsamen Zeit natürlich entsprechend schwer, doch auch hier zeigte sich erneut, wie intensiv dieser Auslandsaufenthalt war und wie sich zwei so unterschiedliche Länder mit unterschiedlichen Kulturen bei einem solchen Zusammentreffen näher kommen können. Zudem wurde allen vergegenwärtigt, dass Freundschaften, wenn man es zulässt, auch über Landesgrenzen und Vorurteile hinaus gehen können. Der beste Beweis dafür ist, dass die russischen Schüler bereits ihre Reise nach Berlin planen, in der sie sich mit ihren Gastschülern wiedersehen und an die schöne gemeinsame Festwoche erinnern können.
 
Sandra Thomalla